Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

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"Bakteriologie und Moderne"

Studien zur Biopolitik des Unsichtbaren

"Zwangsmassnahmen in der Zürcher Psychiatrie 1870-1970"

Bericht im Auftrag der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich

Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg

Publications de la Commission indépendante d'experts Suisse - Seconde Guerre mondiale

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Die Schweiz, der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg

Der Schlussbericht der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Formation und Pluralisierung staatlicher und nicht-staatlicher Kunstförderung in der Schweiz seit 1950
Global vernetzt und im Appenzellerland verwurzelt
Vertrauen verstehen
Der Zweite Weltkrieg in der Gegenwart
Psychopharmaka in Klinik und Gesellschaft
Die Staatsbürgerschaft zwischen Konzepten des Nationalen und Ordnung des Sozialen
Liebe Marta
Innovationsprozesse und institutioneller Wandel in öffentlichen Unternehmen in der Schweiz
Unsichtbare Feinde – infizierte Körper
Zwischen Internieren und Integrieren
Unabhängige Expertenkommission Schweiz-Zweiter Weltkrieg / Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War
ZeitzeugInnenprojekt Archimob


Formation und Pluralisierung staatlicher und nicht-staatlicher Kunstförderung in der Schweiz seit 1950

Wandel von Zugangsbedingungen, Märkten und symbolischer Wertproduktion

Global vernetzt und im Appenzellerland verwurzelt

Die Familie Zellweger aus Trogen

Vertrauen verstehen

Die Rolle von Vertrauen in Kreditbeziehungen und Bankensystemen im diachronen Vergleich

Der Zweite Weltkrieg in der Gegenwart

Intergenerationelle Erinnerung und Wandel des Geschichtsbewusstseins in der Schweiz

Psychopharmaka in Klinik und Gesellschaft

Wirkstoffe, medikamentengestützte Therapie und Persönlichkeitskonzepte in der Nordostschweiz (1950-1990)

Die Staatsbürgerschaft zwischen Konzepten des Nationalen und Ordnung des Sozialen

Aufnahme- und Ausschlusskriterien des «Schweizerbürgerrechts», von 1874 bis zur Gegenwart; Teilprojekt des Nationalen Forschungsprogramms 51 «Integration und Ausschluss»

Projektleitung: Brigitte Studer, Gérald Arlettaz; wissenschaftliche Leitung: Regula Argast

Projektinformation

Verlagsinformation

Rezension

Liebe Marta

Ratgeberkommunikation und die mediale Konstruktion sexueller Selbstverhältnisse im 'BLICK' (1980-1995) und in aktuellen Internetforen

Sarasin, Philipp, Sabine Maasen (Wissenschaftssoziologie, Basel), Alfred Messerli (Volkskunde, Zürich)

MitarbeiterInnen: Peter-Paul Bänziger, Stefanie Duttweiler, Beatrice Schwitter, Annika Wellmann

Innovationsprozesse und institutioneller Wandel in öffentlichen Unternehmen in der Schweiz

Das Beispiel der PTT und der SBB, 1970-2000

Jakob Tanner, David Gugerli

MitarbeiterInnen: Philipp Ischer (Teilprojekt PTT), Gisela Hürlimann (Teilprojekt SBB).
Das Projekt wurde vom SNF unterstützt und hatte eine Laufzeit von Oktober 2002 bis Dezember 2005.

Technische und betriebsorganisatorische Neuerungen und die Liberalisierung weltweiter Finanztransaktionen lösten seit den 1970er Jahren einen Globalisierungsschub aus, der bis heute anhält. Dies bedeutete in allen Industrieländern eine Herausforderung für den Nationalstaat und setzte den öffentlichen Sektor mit seinen Monopolunternehmen einem zunehmenden Privatisierungsdruck aus. Die politischen Debatten im Zeichen von Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung hatten dabei – sowohl in der Schweiz wie auch im internationalen Vergleich – ganz unterschiedliche Auswirkungen. Das vorliegende Forschungsprojekt konzentriert sich auf die historisch-komparative Analyse zweier wichtiger öffentlicher Unternehmen der Schweiz, die PTT und die SBB im Zeitraum 1970 bis 2000. Dabei wird ein unternehmens- und technikgeschichtlicher Ansatz gewählt, der es ermöglicht, die Pfadabhängigkeit der Unternehmensentwicklung aufzuzeigen. Die Fokussierung auf jene Faktoren und Interaktionen, aus denen unternehmerische Dynamik und Innovationsprozesse resultieren, verspricht neue Erkenntnisse in einem Bereich, in dem bisher die Erforschung unternehmenspolitischer Leitbilder und institutioneller Rahmenbedingungen sowie organisierter Interessen und politischer Konflikte dominierte.

Unsichtbare Feinde – infizierte Körper

Politische Metaphern der Bakteriologie/Immunologie 1880-1950

Philipp Sarasin

Mitarbeiterinnen: Silvia Berger, Marianne Hänseler, Myriam Spörri

In diesem vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten und auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt (2001-2003) geht es darum zu untersuchen, welche politischen oder politisch konnotierten Metaphern sich in Texten der Bakteriolgie bzw. der Immunologie zwischen ca. 1880 und 1950 finden, und welche bakteriologischen und/oder immunologischen Aussagen sind im selben Zeitraum als Metaphern in populäre Diskurse transferiert wurden.
Das Projekt stellt wissenschaftliche und populärwissenschaftlichen Theorien in einen Zusammenhang mit politischen und sozialen Diskursen bzw. Ereignisketten, weil die Ausgangs-Hypothese postuliert, dass diese beiden Felder füreinander einen je signifikanten „Kontext“ darstellten, und dass sie über Metaphern bzw. Metapherntransfers miteinander verbunden sind.

Es sollen vier Fragekomplexe untersucht werden:
a) Wie weit ist die Sprache der Bakteriologie und der Immunologie von Metaphern geformt, die erkennbar aus nicht-biologischen/medizinischen Diskursfeldern stammen?
b) Aus welchen nicht-wissenschaftlichen Kontexten stammen diese Metaphern?
c) Wie veränderten die Sprache und die Repräsentationsformen der Bakteriologie/Immunologie das populäre Bild des Körpers seit dem Ende des 19. Jahrhunderts?
d) Welche politischen Diskurseffekte ergaben sich aus der (popularisierten) Bakteriologie/Immunologie?

Die Metaphern, um die es hier in erster Linie geht - Eindringling, Fremdkörper, Kolonisation, Selbst/Organismus, Angriff und Verteidigung, Kampf, Schlachtfeld, Vergiftung, Integrität, Reinheit - finden sich sowohl in den angesprochenen wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten, wie auch in jenen politischen Diskursen, die ab 1880 die zeitgenössischen Wahrnehungen und Ängste von Migranten und sozial oder „rassisch“ Fremden, von Prostituierten als Trägerinnen von Infektionskrankheiten und schliesslich von Kolonien und Kolonialisierten als dem Fremden und Ansteckenden schlechthin formten. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellt sich die, Frage, wie die Erfahrung der tödlichen Purifizierungsprogramme einerseits und das Verfügen über antibakterielle Wirkstoffe andrerseits das Reden über unsichtbare Feinde und infizierte Körper verändern.

Zwischen Internieren und Integrieren

Zwang in der Zürcher Psychiatrie 1870–1970

Jakob Tanner, Marietta Meier

Mitarbeiterinnen: Brigitta Bernet, Gisela Hürlimann

Das Projekt (2000-2003) untersucht am Beispiel der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (ehemals "Burghölzli"), wie gesellschaftliche Normalisierungstendenzen und Ordnungsvorstellungen in der Psychiatrie ineinandergreifen. Die Internierung von psychisch kranken Menschen in Anstalten war gleichbedeutend mit gesellschaftlicher Ausgrenzung; gegenläufig nahmen die Bestrebungen der Psychiatrie zu, Menschen durch Therapie und Rehabilitation sozial zu (re)integrieren.

Im Zentrum des Projekts stehen Zwangsmassnahmen, die entweder in psychiatrischen Anstalten oder mit Unterstützung psychiatrischer Experten durchgeführt wurden. Die Untersuchung stützt sich auf umfangreiche Archive von Krankengeschichten, die mittels exemplarischer Fallstudien und repräsentativer Stichprobenerhebungen ausgewertet werden. Unter Berücksichtigung weiterer Quellenbestände soll der Frage nachgegangen werden, unter welchen Umständen, mit welchen Argumenten und mit welchen Folgen einer Person jeweils Rechte und damit die Fähigkeit abgesprochen wurde, selbstbestimmt zu handeln, und welche Zwangsmassnahmen in solchen Fällen zur Anwendung kamen.

Unabhängige Expertenkommission Schweiz-Zweiter Weltkrieg / Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War

Jean-François Bergier, Saul Friedländer, Wladyslaw Bartoszewski, Harold James, Helen B. Junz, Georg Kreis, Sybil Milton, Jacques Picard, Daniel Thürer, Joseph Voyame, Jakob Tanner

Alle Informationen zum Mandat, dem Forschungsprogramm und den Publikationen

ZeitzeugInnenprojekt Archimob

Dejung, Christof, Tanja Wirz u.a.

Die Vereinigung "Archimob" hat zwischen 1999 und 2001 über 500 Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz durchgeführt. "Archimob" ist eine Vereinigung von Filmemachern, Journalistinnen und Historikern aus allen Landesteilen der Schweiz. Finanziert wird das Projekt von Bund, Kantonen und privaten Stiftungen.

Im Buch "Landigeist und Judenstempel. Erinnerungen einer Generation 1930–1945" (Christof Dejung, Thomas Gull, Tanja Wirz), das im November 2002 im Limmat Verlag Zürich erschienen ist, wurden 78 dieser Interviews in Form eines historischen Lesebuches veröffentlicht.
Ausserdem werden die Erinnerungen der ZeitzeugInnen ab 2004 im Rahmen der Wanderausstellung "L'histoire c'est moi" in verschiedenen Schweizer Städten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Weitere Informationen unter archimob.ch