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Unsichtbare Sichtbarkeit. Michel Foucault und die Transparenz

"Transparenz" ist in den letzten Jahren zu einem Leit- und Lieblingsthema der Medienöffentlichkeit avanciert. Während sie auf der einen Seite als kollektiver Wunschtraum für Aufklärung, Informationsfreiheit sowie offene, nachvollziehbare politische Prozesse steht, befürchten Skeptiker und Datenschützer lückenlose Kontrollen und warnen vor dem ‚gläsernen Bürger‘. Gemeinsam scheint beiden Positionen allerdings die unausgesprochene Grundüberzeugung, dass Transparenz stets etwas Absolutes sei und ihren Gegenstand vollständig durchdringe. Von Open Data zu Orwells Big Brother – Transparenz ist vielseitig interpretierbar, jedoch meist an eine optisch-visuelle Metaphorik der Sichtbarkeit bzw. Durchsichtigkeit geknüpft.

Gerade weil Michel Foucault den Polizeistaat des 18. und 19. Jahrhunderts in seinem Buch Überwachen und Strafen am Beispiel von Jeremy Benthams berühmten Panoptikum als ein System des "bewußten und permanenten Sichtbarkeitszustandes […], der das automatische Funktionieren der Macht sicherstellt"[1], identifizierte und damit Sichtbarkeit als konkrete Praxis – aber auch Metapher – für den Überwachungsstaat verwendete, erscheint es sinnvoll nach seinen Positionen zur Transparenz zu fragen. Bereits 1963 ist in Die Geburt der Klinik "die Rede vom Blick"[2], mit dem sich während der Entwicklung der Anatomie im Übergang zum 19. Jahrhundert eine "Herrschaft des Sichtbaren" (S. 178). herausgebildet habe, die das Sehen zur maßgeblichen Quelle allen medizinischen Wissens machte. Den analytischen, in den Körper eindringenden – und ihn damit gewissermaßen transparent machenden – Blick charakterisiert jedoch eine unauflösbare Ambivalenz: "Die Wahrnehmungs- und Wissensstruktur, welche die klinische Anatomie und seither jede Medizin leitet, ist die der unsichtbaren Sichtbarkeit. Die Wahrheit, die für das Auge gemacht ist, wird ihm entzogen; aber alsbald enthüllt sie sich heimlich in dem, worin sie zu verschwinden drohte. Das Wissen entwickelt sich in einem Spiel von Einhüllungen und Enthüllungen; das Verbergen wird selbst etwas Verborgenes: es gehört zur Natur des Schleiers, durchsichtig zu sein." (S. 179, Hervorh. i. O.) Sichtbarkeit macht also auch unsichtbar. Diese Zeilen richten sich damit gegen die Vorstellungen einer totalen Transparenz, und entwickeln über das Bild des Schleiers, der durchsichtig ist und doch einhüllt, eine Dialektik des Blicks, die zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit pendelt.

Dieses Misstrauen gegenüber einem allzu optimistischen Transparenz- bzw. Durchdringungsdenken kennzeichnet dann auch Foucault epistemologische Überlegungen in Die Archäologie des Wissens. Den Diskurs und die für den Historiker greifbaren Aussagen will er nicht "als Zeichen für etwas anderes, als Element, das transparent sein müsste, aber dessen lästige Undurchdringlichkeit man oft durchqueren muss, um schließlich dort, wo sie zurückgehalten wird, die Tiefen des Wesentlichen zu erreichen"[3], hermeneutisch durchschaubar machen, sondern ganz bewusst in ihrer Undurchleuchtbarkeit beschreiben. "Das Aussagegebiet" ist für Foucault "völlig an seiner Oberfläche befindlich" (S. 174) und gerade nicht durch den "Gegensatz des Inneren und des Äußeren" gekennzeichnet, der sich in Form von Transparentmachung zu dem "wesentlichen Kern der Innerlichkeit" (S. 175f.) hin durchblicken lasse. Hinter den Diskursen liegen weder die ewigen Wesenheiten und Ideen, noch ein unvergänglicher Sinn verborgen, zu dem es durchzudringen möglich wäre. Sie sind für den Archäologen lediglich als Schichten von Praktiken und Regelsystemen abtragbar, nur einzeln in ihrer historischen Spezifik beschreibbar und nicht als halbtransparente Folien zu durchblicken. Es ist nicht die "lästige Undurchdringlichkeit", sondern gerade die charakteristische ‚Dichte‘, die den Diskursanalytiker an die Oberfläche seines Aussagegebietes bindet, und das es zu vermessen, jedoch nicht zu durchbohren gilt. Auch aus erkenntnistheoretischer Sicht entlarvt Foucault die Vorstellung einer absoluten Transparenz, in Gestalt einer Durchsichtigkeit der Dinge, als den unerfüllbaren Traum des Hermeneutikers.

Zum Zusammenhang von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und damit zu den Möglichkeiten aber auch den Gefahren gesellschaftlichen Transparenzstrebens äußerte sich Foucault erneut einige Jahre später in seinen Vorlesungen zur Geschichte der Gouvernementaliät II. In der 11. Sitzung vom 28. März 1979, in der er über die Entstehung des Homo oeconomicus sprach, bezog sich Foucault auf eine zentrale Ikone des Liberalismus, die auch eine Metapher der Unsichtbarkeit darstellt: die Theorie der "unsichtbaren Hand" von Adam Smith: "Wir befinden uns hier im Zentrum des Prinzips der Unsichtbarkeit. Mit anderen Worten, in dieser berühmten Theorie der unsichtbaren Hand von Adam Smith hebt man gewöhnlich immer die Seite der "Hand" hervor, d.h. die Tatsache, daß es so etwas wie eine Vorsehung gäbe, die alle verstreuten Fäden zusammenknüpft. Ich glaube jedoch, daß das andere Element, nämlich das der Unsichtbarkeit, wenigstens genauso wichtig ist. […] Die Unsichtbarkeit ist absolut unverzichtbar. Es handelt sich um eine Unsichtbarkeit, die bewirkt, daß kein ökonomischer Akteur das Kollektivwohl suchen soll und kann."[4]



In einem klaren Bekenntnis zur Unsichtbarkeit fordert Foucault hier, dass ökonomische aber auch politische Prozesse in ihrer globalen Struktur "für den Souverän dunkel bleiben" (S. 384) müssten, um die Freiheiten und Interessen der Individuen nicht zu gefährden. Diese Dunkelheit und Intransparenz stellt für ihn kein Defizit bzw. einen Mangel an Aufklärung, sondern ein Grundcharakteristikum der liberalen Gouvernementalität dar. Während die "Polizeiwissenschaft" des 18. Jahrhunderts mit ihrer Befürchtung, "es entgehen zu viele Dinge" (S. 436), an lückenlosen Sichtbarkeits- und Kontrollmechanismen gearbeitet habe und ein umfassendes Wissensnetz über die Bürger ausspannte, setzte sich der Liberalismus seine eigenen Grenzen, gab den panoptischen Traum auf unendlichen Sichtbarmachung auf und kritisierte ""Es wird stets zuviel regiert"" (S. 437). Weniger regieren bedeutete dabei für den Staat auch weniger wissen zu müssen bzw. zu wollen und mit Unsichtbarkeit leben zu lernen.

Dass das Bedürfnis nach umfassender Transparenz eben nicht nur Offenheit darstellt, zeigt Foucault am Beispiel der französischen Physiokraten, deren Idee, "daß das ökonomische Gesamtbild dem Souverän ein Prinzip der Analyse und so etwas wie ein Prinzip der Transparenz im Hinblick auf die Gesamtheit des Wirtschaftsprozesses bereitstellen wird", den gefährlichen Traum eines "totalen Wissens" (S. 391) verfolge. Dieses Denkmodell stehe dabei im genauen Gegensatz zu Smith: "Die Theorie der unsichtbaren Hand behauptet statt dessen, daß das im Prinzip nicht möglich ist, daß es keinen Souverän im physiokratischen Sinne des Begriffs geben kann, daß es keinen Despotismus im physiokratischen Sinne geben kann, weil es keine ökonomische Gewissheit geben kann" (S. 393). Nicht nur dass ein System lückenloser Transparenz in Despotismus, also panoptischem Kontrolldenken enden wird, moniert Foucault, sondern vielmehr auch die Unmöglichkeit, einen solchen Zustand je herstellen zu können. Er schreibt, "wenn es einen Souverän gäbe, der behauptete, langfristige Pläne zu haben, einen globalen und umfassenden Blick, dann würde dieser Souverän immer nur Trugbilder sehen" (S. 386), und rekurriert damit möglicherweise auf seine im Kontext der Anatomie entwickelte Dialektik des Spiels "von Einhüllungen und _Enthüllungen_". Wer Transparenz fordert, muss sich bewusst machen, dass jede Form der Sichtbarkeit auch von Ebenen des Unsichtbaren begleitet wird, dass jeder Blick durch den Schleier dazu neigt, diesen nicht mehr zu sehen. Die liberale Regierungsrationalität habe diesen Zusammenhang erkannt, sich die "unsichtbare Hand" zum Bestandteil ihres eigenen Systems gemacht und damit aufgehört, alles sehen, erfassen und wissen zu wollen.

Eine verblüffende Parallele findet Foucaults Dialektik der "_unsichtbaren Sichtbarkeit_", also der panoptischen Verdunklung, in Theodor Adornos Aufsatz "Prolog zum Fernsehen" aus dem Jahre 1953. Gewissermaßen im Vorausgriff auf die in der Film- und Fernsehwissenschaft erst später entwickelte "Apparatus" bzw. "Dispositiv"-Theorie (vgl. Jean-Louis Baudry; Knut Hickethier) untersucht Adorno die Wirkung des Fernsehens "im Ganzen des Systems"[5]. Hierbei bezieht er sich auch auf die Bedeutung der Sichtbarkeit als zentralen Effekt dieses Mediums: "Die Lücke, welche der Privatexistenz von der Kulturindustrie noch geblieben war, solange diese die Dimensionen des Sichtbaren nicht allgegenwärtig beherrscht, wird verstopft" (S. 52).


Nam June Paik Zen for Film (Fluxfilm n°1), 1964, Film, Collection Centre Pompidou, Dist. RMN / image Centre Pompidou, Press Photograph, Photo by Peter Moore © Estate of Peter Moore/VAGA, NYC and Nam June Paik Estate

Allerdings, und hier liegt die Verbindung zu Foucault, habe dieses moderne Panoptikum auch neue Unsichtbarkeiten produziert, denn "Je vollständiger die Welt als Erscheinung, desto undurchdringlicher die Erscheinung als Ideologie […] Die lückenlose Bilderwelt gerät brüchig" (S. 54-55). Auch bei Adorno scheinen sich Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit damit (allerdings in dezidiert negativer Interpretation) gegenseitig zu bedingen bzw. hervorzubringen, und eben nicht als ein System absoluter Transparenz erklärbar zu sein. Der Traum einer alles durchdringenden Sichtbarkeit führt viel eher zu Blendungen und macht unsichtbar.

Für die digitale Gesellschaft unserer Gegenwart hat Slavoj Žižek zu den Verschiebungen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit in einem Interview 2012 eine ähnliche Ambivalenz aufgezeigt: "Nehmen wir den Fall von Obszönitäten. Wenn Menschen in den Sex-Chatrooms ihre Nacktheit oder sexuelle Akte herzeigen, dann erleben sie das meiner Ansicht nach nicht als altmodischen Exhibitionismus. Vielmehr glauben die Akteure eher, dass sie allein in ihrer Privatsphäre sind, nicht im öffentlichen Raum. Die Leute klagen darüber, dass heute, umgeben von all den Bewachungskameras und so weiter, die Privatsphäre verschwindet. Ich denke, das Gegenteil ist der Fall: Der öffentliche Raum verschwindet."[6] Mit Foucault ließe sich diese Entwicklung als ein Prozess beschreiben in dem das "das Verbergen […] selbst etwas Verborgenes" wird und sich damit in sein Gegenteil umkehrt.

Während unsere Gegenwart vielfach den Traum der vollkommenen Transparenz der Politik träumt, oder aber die Horrorvisionen einer Renaissance des Panoptismus im Zeitalter von "Closed Circuit Television" (CCTV, das System der Überwachungskameras in Grossbritannien) beschwört, erscheinen Foucaults Überlegungen zur Ambivalenz der Sichtbarkeit als differenziertes Gegenmodell zu den Transparenz-Superlativen. Gerade seine Thesen zum Liberalismus als einem System des ökonomischen ‚weniger Regierens‘ und damit auch weniger ‚sehen Wollens‘ verweisen auf Räume der Unsichtbarkeit und damit irreduzible Freiheiten der Individuen.



[1]Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, in: ders.: Die Hauptwerke, Frankfurt/M: Suhrkamp 2008, S. 701-1019, hier: S. 906.
[2]Die Geburt der Klinik. Eine Archäologie des ärztlichen Blicks, Frankfurt/M: S. Fischer Verlag 1988, S. 7; im Folgenden: Seitenangaben in Klammern im Text.
[3]Archäologie des Wissens, Frankfurt/M: Suhrkamp 1981, S. 198; im Folgenden: Seitenangaben in Klammern im Text.
[4]Die Geburt der Biopolitik. Geschichte der Gouvernementalität II. Vorlesung am Collège de France 1978-1979, Frankfurt/M: Suhrkamp 2006, S. 384; im Folgenden: Seitenangaben in Klammern im Text.
[5]Theodor W. Adorno: Prolog zum Fernsehen (1953), in: Michael Grisko (Hg.): Texte zur Theorie und Geschichte des Fernsehens, Stuttgart: Reclam 2009, S. 52-64, hier: S. 53; im Folgenden: Seitenangaben in Klammern im Text.
[6]Slavoj Žižek: Das Internet als Kampfplatz, in: Der Standard, 28.09.2012

  1. Comment by Ulli Koch

    Danke für diesen spannenden Text, der bei mir viele Fragen aufgeworfen hat. Meiner Beobachtung nach kommt der Ruf nach Transparenz im westlichen Raum sehr stark von der Bürger_innen und weniger von der Politik. Diese greifen diesen Ruf nur auf, möchten selber aber intransparent bleiben. Gleichzeitig schafft der Staat aber immer mehr Kontrollmechanismen, die das Leben der Bürger_innen transparent macht. Und auch die Menschen selbst teilen, zeigen und deuten auf ihre Leistungen, stellen sie im öffentlichen Raum aus.
    Doch was bedeutet es für die Gesellschaft wenn der öffentliche Raum immer mehr von dem Privaten eingenommen wird? Welche Auswirkungen hat das auf den Staat, der freiwillig von den Menschen mit Informationen gefüttert wird? Was heißt das für das Regieren?

  2. Comment by Patrick Kilian
    (Author)

    Liebe Frau Koch,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben ganz recht, ich habe mich in meinem Text – Foucault folgend – mehr auf den Wandel des "Sichtbarkeitsdenkens" seitens des Staates auf die Bürger konzentriert. Das Modell der "unsichtbaren Sichtbarkeit" lässt sich meines Erachtens aber auch auf die Transparenzkultur unserer Gegenwart übertragen – und auch auf den Wandel zwischen Privatem und Öffentlichem anwenden, wie Zizek dies beschreibt. Die von Ihnen beschriebene Praxis des "Sich-selbst-transparent-machens" im Zeitalter der sozialen Netzwerke wirkt ganz sicher auf die Gouvernementalität zurück – ich stimme Ihnen hier voll zu. Dem "Nicht-Sehen-Wollen" des Staates tritt dabei ein "Zeigen-Wollen" der Bürger gegenüber – möglicherweise auch eine indirekte Reaktion auf das gestiegene Sicherheitsbewusstsein in den letzten Jahren. Wollen wir vielleicht wieder mehr regiert werden? Dennoch produzieren auch facebook und co. ihre spezifischen Unsichtbarkeiten: Schließlich steht den Nutzern frei, welche Informationen sie über sich preisgeben und welche sie bewusst verschweigen. In seinem Interview mit "Der Standard" hat Zizek dies als eine Entwicklung der Maskierung identifiziert, in der sich jeder eine Art "Persona" erfindet, die damit weniger transparent, als vielmehr verschleiert ist. Foucaults Gedanken zur Ambivalenz der Sichtbarkeit scheinen mir ein gutes Modell zu sein, um diesen Prozess zu hinterfragen. Ich danke Ihnen noch einmal ganz herzlich für Ihre anregenden Anmerkungen.

  3. Comment by Wolfgang Teune

    My home is My Castle hatte sicher die Bedeutung einer strikten Grenzziehung, durch die staatliche Gewalt selbst in Form von Polizei nicht einfach Zutritt haben sollte und mit Zutritt ist der Blick verbunden, kulminierend in einer Hausdurchsuchung. Eine Person zieht für sich eine Grenze, im einfachsten Fall mit Kleidung. Wir verstehen unmittelbar, was es heißt, Gefangene ihrer Kleidung zu berauben, man beraubt sie unmittelbar ihrer Würde .Den Kopf bedecken zu können war eine Lange gelebte Form von Grenzziehung bis hin zum Zeichen von Macht über andere. Den Hut ziehen vor Bekannten war eine Form der Höflichkeit.

    Wollte man heute noch über den Liberalismus schreiben, müsste man auf Luhmann aufmerksam machen, der dem staatlichen Regieren wollen antworten würde, das was die Regierung will, kann sie nicht, sie erzielt zwar Wirkungen, die sie aber nicht klar kalkulieren kann.
    Ansonsten ist es mit Transparenz nicht weit her. Im elementaren kommunikativen Ereignis verhaken sich lediglich zwei Black Boxen. Der eine kennt die Produktionsbedingungen seines Redens nicht, der andere ebensowenig, und mit den Aufnahmebedingungen des Redens verhält es sich ebenso. Was ist daran also klar? Nix, absolut nix.
    Es kommen wohl Anschlüsse zustande und man kann hinterher sortieren, ob man damit zufrieden ist oder nicht.
    Aber der Eindruck von Transparenz kommt nur zustande, weil wir so von unseren Worten verzückt sind, selbst wenn wir nur mit ihnen arbeiten, wie mit Axt und Hammer.
    Was jetzt in der Gegenwart passiert ist völlig intransparent. Wir bekommen anschließend noch ein paar Nebelspuren zu sehen, die sich manchmal zu Strukturen und Bildern zu verdichten scheinen." Es scheinen die alten Weiden so grau", wenn der andere Erlkönigs Toechter sieht.
    Und was, wenn selbst das Wort Transparenz intransparent ist, weil nichts in der Unterscheidung hängen bleibt, wenn sie durchsichtig ist?
    Von einer Sache etwas verstehen, heißt im Allgemeinen, immer weitere Unterscheidungen in die Form einbringen zu können , bis es nicht weiter geht, weil schlicht Worte aus dem Fundus der Tradition fehlen und evtl. eine andere Semantik im Sinne Luhmanns nötig werden müsste , mit der ein neuer Versuch gestartet werden kann, sich des spröden Materials zu bemächtigen . Aber , was wissen wir dann? Oder gewöhnen wir uns nur?

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